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1988: Ernst Mosch in Prag

Supraphon Studio in Prag

Supraphon-Aufnahmestudio in Prag, Ernst Mosch am Pult
dirigiert Philharmonisches Blasorchester Prag

Ein Jahr vorm "seismischen Big Bang", dem politischen Crash des Jahrhunderts, wo sogar die "Berliner Mauer" in Fetzen flog, wurde Ernst Mosch von der damaligen staatlichen Schallplattenfirma Supraphon zu Aufnahmen nach Prag eingeladen. Ernst Mosch konnte es kaum fassen. Die Aufnahmen erfolgten direkt im Prager Supraphonstudio mit den besten Musikern unter seiner Leitung. Er schrieb dazu im Jahre 1988:

"Liebe Freunde, vielleicht wissen Sie, wie man sich fühlt, wenn plötzlich ein ganz persönlicher, langgehegter Traum Wirklichkeit wird.

Für mich war dieser seltene und glückliche Moment im Januar dieses Jahres gekommen. Eigentlich waren es nur ein paar Zeilen, die mir die größte Überraschung seit vielen Jahren bescherten. Mit freundlichen Worten lud mich die tschechoslowakische Schallplattenfirma Supraphon nach Prag ein, zu einer Koproduktion von Supraphon und meiner Exklusiv-Firma TELDEC.

Ernst Mosch, Helga Reichel

Gesang Ernst Mosch und seine
bezaubernde Partnerin Helga Reichel

Prag! Das ist für jeden Liebhaber volkstümlicher Blasmusik ein elektrisierendes Wort. Für mich persönlich bedeutet es aber noch viel mehr. In Prag wurde in den Jahren meiner Kindheit die beste Blasmusik der Welt gespielt. Was dort erklang, war das Absolute. Unglaublich und doch Takt für Takt Wirklichkeit. Immer habe ich diese Prager Musikanten im Ohr gehabt, wenn ich in den vergangenen Jahren meine Vorstellung von perfekter Blasmusik umgesetzt habe. ..."

Mein Nachsatz: In dieser Begegnung sehe ich persönlich nicht nur ein einmaliges musikalisches Ereignis sondern auch eine ganz große symbolische Geste des einander "Handreichens" und Näherkommens nach jahrzehntelangen historisch bedingten Ressentiments zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei.

Und hier eine Kostprobe von dieser sehr gelungenen Schallplattenaufnahme "Ernst Mosch in Prag - Neue Polkas und Walzer aus Böhmen" in der Produktion von Prof. Herbert Müller:

Sláva Tkačuk/Gustav Gstettner: Pro nás není rozloučení *) / Grüß´mir Böhmens Musikanten

*) wortwörtlich "Für uns gibt es keinen Abschied"