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Skladatel Karel Vacek / Komponist Karel Vacek

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Karel Vacek
Karel Vacek

Karel Vacek wurde am 21. März 1902 in Liberec (Reichenberg) in der Familie eines Tischlers und Hobbymusikanten geboren.

Von seiner frühen Jugen an zeigte er autodidaktische Neigungen. In den Jahren 1909–1910 zog die Familie nach Prag um, wo er als Kind gleich mehrere Instrumente zu erlernen begann, unter anderem Geige, Kontrabass, Waldhorn, Trompete, Klarinette. Mit seinen 15. Jahren erlangte er eine derartige Fertigkeit, dass er in verschiedenen Prager Unterhaltungskapellen Fuß zu fassen begann. Seine Beliebtheit war nicht zuletzt darin begründet, dass er instrumentell vielseitig war und problemlos nach Bedarf einspringen konnte. Die Flexibilität war die Grundvoraussetzung dafür, in den Kafehäusern zur Unterhaltung aufzuspielen.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges hegte er die feste Absicht, am Prager Konservatorium zu studieren. Seine Vorstellungen konnte er aber wegen finanzieller Schwierigkeiten nicht in die Tat umsetzen. Er schlug daher eine Militärlaufbahn ein. Seine vielseitigen musikalischen Fähigkeiten konnte er in den Jahren 1919-1924 während seines Militärdienstes in mehreren Garnisonen theoretisch und praktisch weiter ausbauen. Weitere wertvollen Erfahrungen konnte er während seiner Tätigkeit im Zirkusorchester sammeln, mit dem er im Jahre 1925 bis nach Frankreich kam. In Folgejahren war er in mehreren zum Teil sehr bekannten Prager Formationen engagiert, u.a. in Melody Boys von R.A. Dvorský (Trompete), im Jassband von Hary Harden, im Orchester beim Kino Lucerna, einige Jahre lang im Theater "Osvobozenecké" im berümten Orchester von Jaroslav Ježek u.a.m.

Während des Zweiten Weltkrieges gründete er sein eigenes Orchester, mit dem er gezielt viele Städte des Landes bereiste, um den Leuten im besetzten Land auch psychisch unter die Arme zu greifen. Ab dem Jahr 1956 zog sich Karel Vacek von der Spielszene zurück und konzentrierte sich vor allem auf seine Kompositionstätigkeit, gelegentlich unterbrochen durch gelegentliche Einladungen als Dirigent. Karel Vacek war infolge seiner instrumetalen Vielseitigkeit in ganz Europa und den USA ein sehr gefragter Arrangeuer.

Im Jahre 1982 wurde Karel Vacek von der damaligen Tschechoslowakischen Republik der Titel "národní umělec" ("Nationalkünstler") - die höchste Auszeichnung des Landes im künstlerischen Bereich - für seine unermüdliche Tätigkeit für die Volkskultur verliehen.

Im Laufe seines sehr fruchtbaren Lebens komponierte er an die Hundert Kompositionen, Walzer, Polkas, Tango-Stücke und andere. Zu den bekanntesten, zu denen er auch oft einen inhaltlich schönen Text schrieb, gehören: Cikánko ty krásná, Kalná voda, Láska nehněvaná, Nikdy se nevrátí pohádka mládí, Zůstaň s námi muziko česká und viele andere.

Karel Vacek war sein ganzes Leben ein rechtschaffener Mensch, der sich durch Selbstdisziplin hochgearbeitet hat, ohne seinen Ursprung aus den Augen zu verlieren. Beim Komponieren war er manchmal unerbittlich zu sich selbst. Sein Sohn wusste zu berichten, dass der Vater wegen einiger Takte, die ihm noch nicht definitiv in die Komposition passten, wochenlang mit sich selbst kämpfte und mehrere Papierkörbe mit Fehlentwürfen füllte, ehe er dann sagen konnte „Das ist es.“

In Böhmen meiner Jugend gab es kaum ein Kind, das Vacek Stücke nicht kannte. Zu den größten Schlagern gehören aber zweifelsohne Cikánko ty krásná / Du schöne Zigeunerin und Nikdy se nevrátí pohádka mládí, wortwörtlich "Nie wieder kehrt zurück das Märchen der Jugendzeit". Dieses Tango ist aber nach seinem Entstehen im Jahre 1932 im westböhmischen Marienbader Hotel Esplanade in den deutsprachigen Raum mit dem Titel "Sag es mir noch einmal" eingegangen (Karel Vacek hat Marienbad viele Jahre hindurch regelmäßig stets im Herbst besucht). Das Stück wurde von mehr als 30 führenden Gramogesellschaften in unterschiedlichen Arrangements eingespielt.

Karel Vacek starb am 18. August 1982 in Prag.

Im Folgenden biete ich meine Übersetzung des letztgenannten Stückes, dass mir besonders gefällt. Zugleich soll einen gewissen Einblick in Vacek-Seele sowie seinen "Geschmack" bieten. Es handelt sich hier NUR um inhaltliche Übersetzung, Reim sowie Synchronizität mit der Melodie habe ich diesmal außer Acht gelassen.

Nikdy se nevrátí pohádka mládí

V životě jsou chvíle mámivé,
které časem přijdou zpět,
tak jako z jara slunko zářivé
přijde zlíbat první květ

Jen mládí nevrátí se nikdy víc,
již nevyjde nám svojí láskou vstříc

a ten, kdo nepoznal
pohádky té
musí se jí navždy zříct.
Nikdy se nevrátí
pohádka mládí,
ze všech pohádek
ta nejhezčí,
nikdy se nevrátí,
marné volání,
jednou se s námi
přec rozloučí.
Proč osud dává
tak málo lásky nám,
proč všechno zůstane
jen vzpomínkám?

Nikdy se nevrátí
pohádka mládí,
která je v žití
jen jeden
krát.

Ve vzpomínkách najde útěchy
ten, kdo míval, někdy rád;
toť jediné jsou štěstí úsměvy,
které život může dát.

Kdo vzpomínku na první lásku má,
tomu se žití navždy krásným zdá

a ztracenému mládí navzdory naposledy zazpívá:

Nikdy se nevrátí
pohádka mládí,
ze všech pohádek
ta nejhezčí,
nikdy se nevrátí,
marné volání,
jednou se s námi
přec rozloučí.
Proč osud dává
tak málo lásky nám,
proč všechno zůstane
jen vzpomínkám?

Nikdy se nevrátí
pohádka mládí,
která je v žití
jen jedenkrát.

Nie wieder kehrt zurück das Märchen der Jugendzeit

Im Leben gibt es Augenblicke, berauschende,
die mit der Zeit zurück kehren,
so wie im Frühling die goldene Sonne,
die kommt, die erste Blüte zu küssen.

Nur Jugendzeit kehrt nie wieder zurück,
nimmer kommt sie uns mit ihrer Liebe entgegen

und jener, der für sich nicht entdeckte
dieses Märchen
muss es für ewig aufgeben.
Nie mehr kehrt zurück
das Märchen der Jugendzeit,
von allen Märchen
das schönste,
Nie mehr kehrt zurück,
das vergebliche Rufen,
eines Tages nimmt es von uns
doch Abschied.
Warum das Schicksal gibt
so wenig Liebe uns,
warum wird alles überlassen
nur den Erinnerungen?

Nie wieder kehrt zurück,
das Märchen der Jugendzeit,
das es im Leben
nur ein
einzig Mal gibt.

In Erinnerungen findet Trost
jener, der hatte, je geliebt,
dies einzig des Glücks Schmunzeln ist,
dass das Leben geben kann.

Wer Erinnerung auf seine erste Liebe hat,
dem das Leben für immer schön erscheint

und verlorener Jugendzeit zum trotz letztes Mal
singen wird:

Nie wieder kehrt zurück
das Märchen der Jugendzeit,
von allen Märchen
das schönste,
nie wieder kehrt zurück,
das vergebliche Rufen,
eines Tages wird es von uns
doch Abschied nehmen.
Warum das Schicksal gibt
so wenig Liebe uns,
warum wird alles überlassen
nur den Erinnerungen?

Nie wieder kehrt zurück,
das Märchen der Jugendzeit,
das es im Leben
nur ein
einzig Mal gibt.

- CZ - Povím vám, proč mám rád dechovou hudbu a proč jsem jí oddaně sloužil: protože jejím základem je dech. Bez dechu není života, dech je tvořivá síla.
Naši dědové a otcové to věděli, a kdo to chce dnes popírat, je sám proti sobě.
Česká dechovka nezahyne, její krásná živá tradice to nedovolí.
-- Ladislav Kubeš st.
- DE - Ich sage ihnen,warum ich Blasmusik liebe und warum ich ihr hingebungsvoll mein ganzes Leben diente: Die Grundlage fúr die Blasmusik ist der Atem.
Ohne Atem gibt es kein Leben, Atem ist Schöpfungskraft. Unsere Opas und Väter wussten dies, und wer das bestreiten will, ist selbst gegen sich.
Die böhmische Blasmusik wird nicht untergehen, ihre schöne Tradition erlaubt es nicht.
--Ladislav Kubeš Sen.