Středoevropský portál české dechovky /  Mitteleuropäisches Portal böhmischer Blasmusik EVROPSKÝ PORTÁL ČESKÉ DECHOVKY
EUROPÄISCHES PORTAL BÖHMISCHER BLASMUSIK
-------- Flags --------
živá tradice v domovině a Evropě -- living tradition in home and Europe - lebende Tradition in der Heimat und Europa
HUDBA SPOJUJE NÁRODY   Hudba spojuje / Musik verbindet    MUSIK VERBINDET VÖLKER

Ein Wochenende für Blasmusik-Gourmets

Bilder aus Rakvice und Ratíškovice s. Fotolbum

Das vergangene Wochenende am 7. und 8. Juli 2007 stand im Zeichen von zwei in Mähren beliebten, rege besuchten Blasmusikfestivals - am Samstag in Rakvice, am Sonntag in Ratíškovice.

Mutenice

Links im Bild das bekannte Weinbaugebiet Mutěnice bei der Fahrt von Rakvice nach Ratíškovice.

Diese zwei Festivals lassen in qualitativer Hinsicht - auch bei den sehr verwöhnten Blasmusikfreaks - kaum irgendwelche Wünsche unerfüllt. Bei einem sonnigen Wetter an beiden Tagen boten erstklassige Formationen, vor allem aus dem Hodoniner Raum Leckerbissen für anspruchsvolle Blasmusik-Gourmets. Manchen war es sogar Wert, einen unüblich weiten Weg in Kauf zu nehmen. So wurden anwesend Freunde aus Holland, Belgien, der Schweiz, Deutschland, Österreich, aus der Slowakei - zum Teil "alte" Bekannte, zum Teil aber auch Gäste, die zum ersten Mal den langen Weg wagten.

 

Tufarankafest 070707

Túfaranka "on stage"

Blasmusikfestival in Rakvice am Samstag

Tüfaranka, der Gastgeber des Festes am Samstag in Rakvice, lud die Formationen Mistříňanka, Drietomanka, Stříbrňanka und Bojané zur Mitgestaltung des Nachmittages ein. Alle Formationen warteten mit einem überwiegend frischen Repertoire aus dem reichhaltigen Fundus heimischer Autoren auf, ich habe sogar den Eindruck, dass immer mehr gut ausgebildete Musiker zur Feder greifen. Da ich einige CD´s an diesem Wochenende geschenkt bekam, werde ich später einige Kostproben anbieten, die mir sehr zusagen. Die Veranstaltung wurde in einer sehr lockeren Form von Karel Hegner, selbst im Gesangsgewässer beheimatet, moderiert. An Karel schätze ich besonders, dass er mit seinen sympathischen Bemerkungen das soziale Umfeld stets sorgfältig beachtet und mit seinem Taktgefühl niemand zu nahe tritt.

In Gesprächen unter Freunden fiel gelegentlich die ständig wiederkehrende Frage auf, welche der Formationen denn die Beste sei. Ich finde eine derartige Neigung zur eindimensionalen "Bewertung" in keiner Weise sinnvoll und angebracht. Das technische Niveau aller Formationen ist für mich kein Diskussionsthema, jede der Formation hat ihren individuellen Charakter, Interpretationsstil und "Farbe" sowie gewisse vorliebe für Autoren und Stücke. So lange es im Darbietungsspektrum jeder Formation zu keinen Charakterüberschneidungen oder sogar Nachahmungen kommt - was bei den mährischen Blasformationen der "Anstand und Ehre" von vornherein ausschließen - ist es für den Zuhörer und Liebhaber nur ein Gewinn. Es werden bei einem derartigen Festival nämlich nie zwei "gleiche" Blumen geboten, sondern ein Blumenstrauß aus vielen bunten Blumen. Und genau das ist es, was ein Blasmusikfestival überhaupt interessant macht.

Es mochte Acht, Neun gewesen sein, als Tüfaranka nach einer kurzen Pause anwesende Gäste bei herrlichem Sommerwetter zum Tanz eingeladen hat. Mit fortschreitender Zeit schwand aber auch die Zahl der Tanzwütigen. Ich verließ den "Tatort" nach Mitternacht, um den nächsten langen, bevorstehenden Tag in Ratíškovice zur Gänze durchhalten zu können.

Jožka Novák
Festivalgründer Jožka Novák

Blasmusikfestival in Ratíškovice am Sonntag

Das ganztägige Blasmusikfestival in dieser größten "Gemeinde der Republik ohne Stadt-Status" ist seit Jahren zum interessantesten Ort der Begegnung der Blasmusik-Szene in Mähren geworden. Das angenehme, sonnige Wetter - bei diesem Festival seit Jahren eine ausgesprochene Rarität - hatte diesmal der ganzen, erstklassige Blasmusik bietenden Veranstaltung eine mächtige Kulisse gespendet. Das Vormittagprogramm wurde erwartungsgemäß um 10:00 mit der Festivalfanfare eingeleitet, einer feierlichen Klangbegrüßung, die von Jožka Novák als dem Gründer und nunmehr Direktor dieses Festivals gemeinsam mit den Kids von seiner lang betreuten Veselá Muzika vorgetragen wurde. Jožka ließ sich natürlich die Gelegenheit nicht nehmen, in seiner bodenständigen Art und Weise paar herzliche Worte an das Publikum zu richten, das die große Zuschauertribüne des Fußballplatzes "SK Baník Ratíškovice" zunehmend füllte. Tonstudio Rajchman war schon längst in "Startposition" und vorbereitet, der seit Jahren anwesende und das Festival auch stets finanziell unterstützende „Notenkönig Michal Steranka“ – diesmal ausnahmsweise mit einer Verspätung gerade ankommend.

Das Vormittagsprogramm - mit Ausnahme der aus der Slowakei angereisten Blaskapelle Križovianka – wurde traditionsgemäß von jungen Blaskapellen bestritten. Angetreten sind die Jugendblaskapellen ZUŠ Velké Bílovice unter der Leitung vomn Luboš Řehánek, Morava Hulín mit Petr Oříšek, Mladá Muzika Šardice mit Roman Kohoutek, die nun verwaltungsmäßig unter ZUŠ Kyjov fällt sofie Veselá Muzika Ratíškovice mit Jožka Novák. Durch das Programm führte mit Wort Vladimír Salčák aus Veselí nad Moravou, ein langjähriger Beobachter und Kenner der mährischen Blasmusik, vor allem aber als Texter unzähliger schönen mährischen Lieder bekannt. Alle auftretenden Blaskapellen machten auf mich den Eindruck, extrem gut vorbereitet zu sein, vor allem aber die viele Mitglieder zählende Mladá Muzika Šardice, die von Roman Kohoutek geleitet wurde. Križovianka – als „Profikapelle“ – ist vermutlich aus organisatorischen Gründen in diesen Vormittagsblock hineingerutscht.

Gegen Ende des Vormittagabschnittes ist plötzlich die Stromversorgung zusammen gebrochen. Na super. Ich dachte mir, irgendetwas außer planmäßiges muss doch immer passieren, wenn es einmal mit dem Wetter so wunderbar hinhaut. Der Gott „Zufall“ sucht sich eben eine andere Alternative. Die darauf folgende Pause vor dem Nachmittagsprogramm hatte etwas Kurioses in sich. Ein offensichtlich vorbeifahrendes, plötzlich aufgetauchtes holländisches Blasorchester, dessen Namen ich mir unmöglich merken konnte, betrat die Bühne … und legte los – freilich ohne Tontechnik, denn der Stromausfall .- für ein derartiges Festival wieder eine neue Erfahrung - dauerte etwa eine Dreiviertelstunde. Ich fragte bekannte Leute, woher die denn so plötzlich erscheinen. Niemand im Umfeld wusste, woher das Orchester kommt, wer es und wann organisiert hat. Ich habe sogar den Eindruck gewonnen, die Partie - so zu sagen beim Vorbeifahren - sah Zuhörer und Musikanten … und jemand von der Partie dürfte die Idee gehabt haben … „gemma einfach hin und spielen denen in der Pause ein paar Stückerl“. Ich fotografierte laufend, daher konnte ich das Orchester aus unmittelbarer Nähe recht gut hören. Eröffnet haben sie ihre Präsentation für mich sehr beeindruckend mit dem Marsch der Medici von Julius Fučík. Sie wurden weder vorher angekündigt, noch im Nachhinein irgendwie erwähnt ... und abgegangen sind sie auch niemand, eigenartige Situation. Es war aber wirklich Schade, dass die Tontechnik nicht vorhanden war.

Der Nachmittagblock wurde von zwei bekannten Folklore- und Blasmusikbegeisterten moderiert, Růženka Dobešová und Karel Kopřiva. (Mit Karel ist immer eine Gaude. Wenn wir in der Weinbar länger gemeinsam sitzen bleiben, sagt er immer zu mir: "Toníčku, du liebst uns, stimmt´s? Na freilich stimmt´s, zweifle nicht, antworte ich ihm darauf und die nächste Runde ist gesichert:-) Mit ihrer ausgezeichneten Kenntnis der Szene, die sich in einer bodenständigen Präsentation äußert, werden die Beiden auch stets gerne gesehen. Die Ränke der Zuschauer/Zuhörer-Bühne wurden im Laufe des Vormittages bis auf den letzten Platz besetzt sowie bereitgestellte Sitzbänke auf der "Spielfläche". Im Nachmittagblock traten die Blasformationen Podhoranka, Drietomanka, Bojané, Stříbrňanka, Žadovjáci und Dolanka auf. Den Abschluss des Festivals krönte die Geburtstagsfeier von Antonín Pavluš, dem von allen anwesenden Kapellmeistern und dem Bürgermeister von Ratíškovice für seine Verdienste um die mährische Blasmusik gedankt und zu seinem Sechzigsten gratuliert wurde. Den definitiven Abschluss der Veranstaltung bildete das übliche Monsterkonzert, an dem alle teilnehmenden Formationen mitwirkten. Gespielt wurden Jaro mládí von František Kmoch, dirigiert von Antonín Pavluš, Šly panenky silnicí von Emil Štolc, dirigiert von Vojta Horký und Vám přátelé von František Kotásek vom Ort, dirigiert von Jožka Ištvánek.

Diese beiden Festivals liefern in meinen Augen stets das Spiegelbild der gegenwärtigen mährischen Blasmusik. Es kommen nicht nur die frischesten Kompositionen, so zu sagen noch "warm" auf die Notenpulte, sondern werden auch alte Stücke irgendwo ausgegraben und mit Freude an die Sonne gebracht. Ich bin stets darüber erfreut, dass das qualitative Niveau von Jahr nicht nur gehalten wird sondern sogar weiter steigt. Es ist für mich ferner auch besonders beeindruckend, an einem Tag eine Unzahl motivierter Musiker zu sehen und in Gesprächen mit ihnen zu erfahren, dass sie mit dieser Musik ihr Leben eng gestalten, diese Musik als "Familiensilber" ansehen und gestehen, dass sie sich ihren Lebensalltag ohne zu spielen gar nicht vorstellen können.

Um es auf einen Punkt zu bringen, zitiere ich die Aussage von einem langjährigen Musiker aus Dolní Bojanovice, Jožka Esterka (nicht verwandt mit Stanislav Esterka, dem Kapellmeister von Bojané), der Tenor, Bariton, Posaune spielt und aushilft, wo "Not an Mann" ist. Im Gespräch beim Bier in Rakvice äußerte er mir gegenüber: "Schade um jeden Samstag, wo nicht gespielt wird." Beide haben wir herzlich gelacht, weil wir beide genau wussten, was gemeint war.

Anniversary July - Metoděj Prajka

- CZ -


V měsíci červenci vzpomeneme výročí narození Metiděje Prajky, geniálního skladatele a skromného muzikanta z Lanžhota, který patří k pilířům dechové hudby na Moravě.

Metoděj Prajka 23 Jahre alt
Metoděj Prajka ve věku 23 let
1898-07-05, Lanžhot
1962-02-07, Lanžhot

Údernice


hudba Metoděj Prajka
es spielt
  Blaskapelle Ištvánci


Lenivá


hudba Metoděj Prajka
es spielt
  Blaskapelle Lanžhotčanka


Metoděj Prajka patří k symbolům moravské dechové hudby. Dechové hudby, úzce spjaté s dennodením životem tamních obyvatel, zejména v oblasti Podluží. V jeho nejjižnějším cípu se nachází Lanžhot, rodiště a působiště Metoděje Prajky, jedné z největších ikon moravské dechovky.

Metoději Prajkovi, nazývaném Metynu, věnoval Stanislav Pěnčík obšírné pojednání, které jsem svého času přeložil do němčiny.

Viz.
Skladatel Metoděj Prajka,
1898 - 1962 /
Komponist Metoděj Prajka

Na iniciativu Břetislava Osičky byla v Lanžhotě na dvoře v Hostinci u Bartošů v roce 2012 zavedena nová tradice: Otisky slavných osobností, kteří významnou měrou přispěli k reprezentaci Lanžhota. Ročně pořádaná přehlídka "O lanžhotský přegulňák" dala k tomu podnět Jedná se o přehlídku písní z Podluží, cimbálové muziky a krásného vyprávění. Metoděj Prajka se otisků již nedožil, místo nich byla do dvora zasazena kamenná deska s jeho jménem.

Metoděj Prajka, pamětní deska v Hostinci u Bartošů v Lanžhotě
(click to enlarge)